zur Gesamtschule

Leitbild


 

Pädagogisches Konzept für die Ganztagsgrundschule Leonardo da Vinci

Vorbemerkung (Stand: November 2012)

Die Leonardo da Vinci Grundschule (LdV GS) ist seit 2010 eine eigenständige Angebotsschule mit einem bilingualen und bikulturellen Schwerpunkt (deutschitalienisch). Das Schulprogramm richtete sich bis 2011 an den pädagogischen Leitzielen der Deutsch-Italienischen Gesamtschule aus. Zu den Aufgaben bei der Weiterentwicklung der Deutsch-Italienischen Grundschule gehört u.a. die Konzipierung eines eigenen Schulprogramms, das sich im Wesentlichen an den Vorgaben aus den Jahren davor orientiert und diese kontinuierlich ausbaut. Nach der räumlichen Trennung der Schulen im Sommer 2012 ist vorgesehen, in den nächsten Jahren einen Grundschulneubau auf dem Gelände der Integrierten Gesamtschule Leonardo da Vinci zu beziehen.

 

I. Pädagogische Leitideen

Die pädagogischen Leitziele der LdV orientieren sich an den beiden Leitideen aller Grundschulen:

1. Die gemeinsame Schule für alle
2. Pädagogik vom Kinde aus

Eine gemeinsame Schule für alle bedeutet für die LdV Grundschule, dass sie Verschiedenheit respektiert und nicht zur gleichen Zeit von allen das Gleiche verlangt, sondern jedes Kind in seiner Persönlichkeitsentwicklung unterstützt und dafür Sorge trägt, dass beim Miteinander- und Voneinander- Lernen die individuellen Fähigkeiten und sozialen Kompetenzen optimal gefördert werden.
Chancengleichheit und ein demokratisches Grundverständnis in einer inklusiv und integrativ ausgerichteten Lernkultur und Lernorganisation sind die wesentlichen Bestandteile des gemeinsamen Wirkens aller an der Leonardo da Vinci – Schule beteiligten Personen.

Außerdem sind wir der Meinung, dass eine erweiterte Schulzeit (Rhythmisierung)

- eine weitere Öffnung des Unterrichts ermöglicht,
- die Förder- und Forderintensität erhöht,
- die Differenzierung der Lernkultur ermöglicht,
- dem Individualisierungsanspruch gerecht wird und neue Lern-, Bewegungs- und Zuwendungsmöglichkeiten schafft,
- sich an der menschlichen Leistungskurve orientiert, die unabhängig vom Lebensalter verläuft (Leistungshoch vormittags bis ca. 11:00 Uhr,   Leistungstief mittags bis ca. 14:00 Uhr),
- dem Bedürfnis nach Wechsel zwischen Belastungs- und Entlastungsphasengerecht wird.

 

II. Leitbild der Leonardo da Vinci Grundschule (Stand 09.03.2011)
(Erwachsene)


1. Wir leben die deutsch – italienische Kultur

1.1. Wir lehren und lernen bilingual und bikulturell (Schulcurriculum).
1.2. Die italienische Kultur findet sich in der Gestaltung der Räume.
1.3. Wir pflegen die Tradition beider Länder:
1.3.1. Feste werden gefeiert
1.3.2. Commedia dell`arte
1.4. Zusammensetzung der Lehrerschaft, der pädagogischen Fachkräfte und der Schülerschaft ist bilingual und bikulturell.

2. Wir lernen gemeinsam und eigenständig
2.1. Durch das Differenzierungsmodell in den Fächern Deutsch, Italienisch
und Mathematik lernen und arbeiten die Kinder in kleinen Gruppen.
Im Rahmen des Wochenplans lernen die Kinder ihre Aufgaben selbstständig
zu erledigen, Probleme zu lösen, sich ihre Zeit einzuteilen.
2.2. Im Rahmen des Regionalen Integrations-Konzeptes (RIK) Begleitung
von Kindern mit Lernschwierigkeiten durch eine Förderlehrkraft.
2.3. Einzelförderung durch das Integrationsreferat der Stadt Wolfsburg
2.4. Förderangebote für Seiteneinsteiger
2.5. Forderangebote
2.5.1 Hospitationen im nächst höheren Jahrgang Mathematik/ Deutsch
2.5.2 Vorlesewettbewerbe
2.5.3. Känguru-Wettbewerb
2.5.4. …

3. Wir kooperieren gut miteinander
3.1. Wir arbeiten und organisieren uns in Teams (Lehrkräfte, päd.
Fachkräfte).
3.2. Wir arbeiten mit Eltern, Jugendamt, Sportvereinen zusammen.
3.3. Wir fördern soziale Kompetenzen (Klassenrat, Klassensprecher,
Klassenfahrt…).
3.4. Wir pflegen unser Schulklima,
3.4.1. in dem wir mit Achtung und Respekt miteinander umgehen.
3.4.2. in dem wir offen für andere Kulturen und Religionen sind.
3.4.3. in dem wir regelmäßig die Zufriedenheit aller am Schulleben
Beteiligten ermitteln.
3.4.4. indem wir alle zwei Jahre das Schulprogramm fortschreiben.

4. Wir sind eine Ganztagsschule
4.1. Wir rhythmisieren den Tag von 8:00 bis 17:00 Uhr.
4.2. Wir lernen, arbeiten und leben in ansprechenden Räumen.
4.3. Wir nehmen gemeinsam ein ausgewogenes Mittagessen zu uns.
4.4. Wir bieten ein vielfältiges und anregendes Programm:
4.4.1. AG`s
4.4.2. Gruppenangebote
4.5.Bikulturelle Angebote

 

Leitbild der Leonardo da Vinci Grundschule
(Kinder)

1.Wir leben die deutsch-italienische Kultur
In unserer Schule sprechen wir zwei Sprachen. Wir lernen voneinander die deutsche und italienische Lebensweise.

2.Wir lernen gemeinsam und eigenständig
Wir lernen voneinander und miteinander.

3.Wir kooperieren gut miteinander
Wir gehen freundlich miteinander um und helfen uns gegenseitig.

4. Wir sind eine Ganztagsschule
Wir spielen, essen, lernen und entspannen abwechselnd mit Lehrern und Erziehern in der Zeit von 8:00- 17:00 Uhr.

III. Schulprogramm

Die inhaltlichen Arbeitschwerpunkte des Schulprogramms richten sich an den pädagogischen Leitzielen aus. Für die Entwicklung des rhythmisierten Modells sind folgende Punkte von Relevanz:

III.1 Pädagogische Ziele

Schule soll Raum und Zeit schaffen um allen Kindern die Gelegenheit zu bieten ihre Stärken und Begabungen sowie ihre Leistungs- und Verantwortungsbereitschaft im Rahmen ihrer individuellen Möglichkeiten entwickeln und ausprobieren zu können.
Die pädagogische Zielsetzung der Leonardo da Vinci Ganztagsgrundschule gründet sich auf aktuelle lernentwicklungspsychologische Zusammenhänge (vergl. Manfred Spitzer, Erfolgreich lernen in Kindergarten und Schule). Der daraus resultierende Schwerpunkt in einer sich immer mehr differenzierenden Gesellschaft ist, mit Hilfe einer auf das einzelne Kind bezogenen individuellen Herangehensweise eine größtmögliche Chancengleichheit zu erlangen.
Grundsatz für das pädagogische Handeln ist die Berücksichtigung der individuellen Lernentwicklung jedes Kindes und die damit verbundene Verteilung von Forder- und Förderbedarf.
Aus dieser Betrachtung abgeleitet bedarf jedes Kind individueller Aufgabenstellungen und ggf. Unterstützungsmaßnahmen, die sich weitestgehend am Lernrhythmus des Kindes orientieren.
Um dies zu erreichen, werden über den Tag verteilt Lernzeiten und Vertiefungsphasen geschaffen, in denen Lernen auf unterschiedliche Art und Weise (Unterrichtsformen und Methoden), sowie an verschiedenen Orten stattfinden kann (Rhythmisierung).
Darüber hinaus werden in „peergroups“ soziales und selbstbestimmtes Lernen gefördert. Dies führt beim einzelnen Kind zu einer Wahrnehmung der Ich-Kompetenz und im schulischen Sinne dazu, das Lernen zu lernen.
Auch die Freizeit, das freie Spiel und die Teilnahme an unterschiedlichen Aktivitäten (AG`s) stellen den Kindern eine ganzheitliche und damit tief verwurzelte Lern – und Lebenswelt bereit, in der sie sich stetig selber einbringen können.
Kinder werden animiert vielfältig zu experimentieren und darüber eigene Zugänge zu theoretischem Wissen zu erlangen.
Um diese Aspekte verwirklichen zu können, soll die Rhythmisierung und Verteilung der Lernzeiten über den ganzen Tag ein erster Schritt sein, um Zeiträume zu schaffen, in denen die Kinder sich in An – und Entspannungsphasen dem Lernstoff zuwenden können.
Die Kinder erhalten so Entscheidungsbereiche für ihr Tun und werden hierdurch gleichzeitig in die Verantwortung genommen. Ferner erlernen sie relevantes Basiswissen über die Grundlagen unserer gesellschaftlichen Ordnung. Diese Wertevermittlung steht hinter allen interaktiven Beziehungen in unserer Schule und findet sich insbesondere in der Einbindung der Schüler und Elternschaft wieder.
Um diesen Weg der individuellen Begleitung gehen zu können, bedarf es einer intensiven und fachlich fundierten Beobachtung und damit Wahrnehmung jedes einzelnen Kindes und seines Status’. Darüber hinaus ist der fachliche Austausch zwischen den an der Schule beschäftigten Professionen unerlässlich.
Daher wird es auch kein Nebeneinander der Betreuungs- und Lehrkräfte geben, sondern multiprofessionelle Arbeitsteams (Module), die jedes Kind der Gruppe aus verschiedenen Blickrichtungen wahrnehmen und so die individuell beste Abwägung von Forder- und Förderbedarf erkennen und gemeinsam entsprechend steuern können. Hierbei ist die außerschulische Lebenswelt der Kinder mit einzubeziehen.
Diese wird sicher zuallererst durch das Elternhaus, aber auch durch andere individuell bestehende Beziehungen z.B. aus dem Bereich der Sozialpädagogischen Familienhilfe oder Erziehungsbeistandschaft geprägt (erforderlich: regelmäßiger Austausch mit den Eltern im Sinne einer Erziehungspartnerschaft; Kontaktaufnahme zu weiteren Helferteams ggf. mit Zustimmung der Erziehungsberechtigten).

III.2 Grundbedingungen für eine positive schulische Entwicklung:

- die häuslichen und sozialen Rahmenbedingungen (Familie, Liebe und Vertrauen)
- eine gesunde Ernährung und viel Bewegung
- Räume und Plätze zum Lernen und Arbeiten, Experimentieren und Werken, Spielen und sich Bewegen, Essen und sich Erholen, Lesen und sich Zurückziehen, Theater spielen und Musizieren
- eine Umgebung, die durch sinnvolle und ästhetische Gestaltung zum Lernen anregt
- eine naturnahe Außenanlage, die zum Buddeln und Bauen einlädt (Bauen statt Hauen), vielfältige Bewegungserfahrungen ermöglicht und die Begegnung mit Pflanzen und Tieren fördert
- kompetente und verständnisvolle Mitarbeiter, die ein vertrauensvolles und stabiles Umfeld schaffen
- Lernszenarien, die für das Kind bedeutsam sind und zum Handeln animieren
- andere Kinder, um sich selbst in einer Gruppe Gleichaltriger zu erfahren
- Zeit, die über den Tag so verteilt ist, dass das Kind einen strukturierten Wechsel von Pflicht und Angebot erlebt